E-Reisereport, 14.-28. Juli 18

Gleich vorweg, ich besitze einen Benziner und ein Elektroauto (Renault Zoe 40 Z.E.). Den heurigen Urlaub wollte ich mit dem Elektroauto „Ikarus“ bestreiten. Die neue Anhängevorrichtung erlaubte das Mitnehmen von zwei Mountainbikes. Erstes Ziel: Mariazell (140 km), kein Problem. Ein gutes Abendessen, während dessen wird das Auto in der Tiefgarage kostenlos aufgeladen (1 Stunde 30 Minuten). Die Parkgebühr ist minimal. Ein Pluspunkt für das Elektroauto und Mariazell. Fahrten zum Erlaufsee, Mittagessen usw. belasten die Batterie kaum. Trotzdem, vor der Fahrt in die Südsteiermark nach Ottenberg, nähe Gamlitz, wird das Auto nochmals aufgeladen. Es sind doch 176 km, Schnellstraße und Autobahn inkludiert. Auf der Autobahn wird der Tempomat auf 100km/h eingestellt. Die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen erlauben sowieso sehr oft kein höheres Tempo.  
Beim Ratscher Landhaus angekommen stelle ich fest, dass es trotz zwei vorhandener Renault Twizy kein Aufladen für meinen Zoe gibt. Den Adapter für eine Kraftstromsteckdose habe ich unvorsichtigerweise zuhause gelassen, mein Fehler. Ab nach Gamlitz, hier zeigt die Z.E. Pass App eine Lademöglichkeit.
Ich stelle mich selbstbewußt zur Stromtankstelle, stecke an und möchte mit der App laden. „Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten“. Ich nehme die zweite Ladesäule, selber Effekt. Ab ins Gemeindeamt, ich brauche Hilfe. Eine sehr hilfsbereiter Herr erklärt mir, dass die Tankstelle praktisch erst einen Tag in Betrieb ist und sich keiner wirklich auskennt. Die Hotline hilft, er ruft an. Ohne die E-Steiermark Karte geht gar nichts, außer mit dem QR-Code über Intercharge. Ich quäle mich durchs Authentifizierungsverfahren, gebe meine Daten der Kreditkarte ein.  Es hat mehr als 35°C, meine Frau M. bekommt langsam einen Sonnenstich. Obwohl sie mich in meinen Vorhaben wohlwollend unterstützt, jetzt wird es kritisch.
Gut, QR-Code gescannt, eine Säule funktioniert, die andere nicht. „Keine Zahlung getätigt“, Auto ab und angesteckt „Ladesäule besetzt“, nochmals das selbe. Es geht nicht. Ich mache etwas falsch. Das Auto macht ein komisches Geräusch beim Starten.
Abbruch, ab ins Quartier zum Pool, ich bin unentspannt.
Unruhiger Schlaf, ich träume von Ladesäulen, Frühstück, köstlich, aber mein Appetit hält sich in Grenzen. Ich telefoniere nochmals mit der Hotline von Energie Steiermark und Z.E. Pass. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass ich am Vorabend mit der Z.E. Pass App spielte und auf die Frage „Ladevorgang starten“ mit „Ja“ antwortete. Plötzlich stand da: „Ladevorgang gestartet“. Muss ich jetzt zahlen? Der Mann von der Hotline meinte, erst beim Anstecken wird gezahlt. Ich konnte den Vorgang per App nämlich nicht beenden. Also, damit die Sache funktioniert: Per App Ladevorgang starten, dann das Kabel an der Ladesäule anstecken, und siehe da, es funktioniert!
Während der Ladezeit von 1 Stunde und 40 Minuten raste ich mit dem Rad in Gamlitz herum, ging einkaufen und trank Kaffee. M. blieb vorsichtshalber im Quartier am Pool.
Erleichtert fuhr ich mit 99% Ladung nach Ottenberg!
Abends kam per Mail die Rechnung: 48,54€ Ich war schockiert, wenn ich den Benziner voll tanke kostet es das selbe, nur komme ich 500km weit. Ich war ein bisserl angefressen.
Trotz allem, die Tage im Ratscher Landhaus waren sehr genussreich, entspannend und schön.
Nun ging es zurück nach Mariazell. Das Navi wird eingestellt: „Der Ladezustand ihrer Batterie schafft die vorgesehene Entfernung nicht“. Blödsinn, ich bin hierher gekommen, so komme ich auch wieder zurück. Von Spielfeld bis Graz „Lufthunderter“, das kam mir entgegen, drüber über den Pogusch, im ECO-Mode wars bis Mariazell kein Problem. Es blieben ca. 130 km Restreichweite.
Am Sonntag ging es nach Schladming (178 km). Durch das Gesäuse, dann auf der  Ennstalbundesstraße mit vielen Achtzigern bis Schladming, Restweite 109km. Wir unterbrachen übrigens unsere Reise kurz in Admont, da gibt es nämlich drei Typ 2 Ladesäulen. Ja denkt man, eine belegt durch den Betreiber, ein BMW i3 lädt und ein Benziner blockiert die dritte Station. Eine Unart, die man leider oft erlebt.
Wieder zu Schladming. Ich suche eine Ladestation. Die Talstation der Planai mit zwei Typ 2 Ladestellen war durch den Betreiber blockiert. Die Frage nach weiteren Tankstellen wurden mit leichter Ratlosigkeit quittiert, aber vielleicht bei der Gemeinde, aber ist die öffentlich? Egal, trotz “Parken nur für Berechtigte“ lade ich mein Auto dort bis zu 66% auf, das ist beruhigender als 33%. Um 8 Uhr morgens ist das Laden in der Planai Talstation kein Problem, und es ist kostenlos (für Seilbahnbenützer)! Mit dem Auto hinunter, anstecken, Rad vom Träger, Semmeln und Zeitung holen, ab zum Frühstück. Nach 1,5 Stunden hole ich das voll geladene Auto. Jetzt kann man einiges unternehmen, baden in Pichl, ab in die Ramsau. Hier habe ich ebenfalls kostenlos beim Infobüro Ramsau-Kulm getankt, bravo. Eine weitere Gratistankmöglichkeit beim Hallenbad war wieder durch einen Benziner blockiert, ein Urlauber aus Deutschland. Lästig!
Nach fünf wunderbaren Tagen in Schladming geht es wieder zurück nach Mariazell.
Dort angekommen, es war viel Verkehr bis Admont, zeigte der Stromtank 122km!

1156 km legten wir zurück. Mit diesen Erfahrungen werden die nächsten Reisen entspannter.

Conclusio:

Ich fahre liebend gerne mit meinem „Ikarus“, so weit ich weiß auch M. und meine Kinder, hinter vorgehaltener Hand, lieber als mit dem Benziner.
Das Tanken sollte vereinheitlicht werden. Nicht einmal Bundesländerübergreifend gibt es eine einheitliche Tankkarte. Meine Forderung an den Herrn Verkehrsminister, der doch E-Mobilität fördern möchte. Eine EU-Tankkarte, die zum Tanken in der gesamten europäischen Union berechtigt.
Das Steckerchaos. Hier könnte wieder die EU helfen. Ein einheitlicher Ladestecker. Tesla macht es wieder vor. Es gibt sehr viele Ladepunkte für Tesla, ein Kabel mit Stecker dran, fertig. Ich brauche nicht zwei bis drei Kabel mit entsprechenden Adaptern mitschleppen, um endlich laden zu können.
Bei Diesel- und Benzinfahrern das Bewusstsein wecken, nicht die Stromtankstellen als Parkplatz zu nutzen.
Schnelllader sind wahrscheinlich sinnvoll. Ich habe keinen Schnelllader, d.h. die Ladezeit muss man sich einteilen, essen gehen, shoppen oder Kaffeehaus.
Trotz aller Schwierigkeiten macht das Fahren mit einem Elektroauto viel Spass und es stinkt nicht.

Am 26. August spielten die Crazy Teachers am Platzlfest, perfektes Wetter, tolles Publikum, beste Stimmung. Ein kurzes Video gibt es auf Facebook "Horn ist vorn".

 Studentenball 2015 - unser Schulball durfte natürlich nicht ohne den Crazy Teachers stattfinden. Wir hatten viel Spaß, die Stimmung war super, getanzt wurde viel (17.1.15)

Mit den Crazy Teachers durfte ich wieder musikalisch das Willkommensfest am BG Horn